Hyundai Ioniq 9: Reichlich Platz und Leistung im E-SUV – Heise Autos

Hyundai Ioniq 9
Heise Autos

Mit dem Ioniq 9 bringt Hyundai sein größtes E-Auto auf den Markt. Es teilt sich seine Basis mit dem Kia EV9 und richtet sich an Käufer mit hohem Platzbedarf.

Losfahren ist gar nicht so einfach. Der Start-/Stopp-Knopf befindet sich am unteren Rand eines Stockhebels, der vom leicht eingeschlagenen Lenkrad verdeckt wird. Mit gleichem Hebel dreht man in den Vorwärtsgang. Langsam rollt der Ioniq 9 den Hügel im Rheingau hinab. 

Hyundai Ioniq 9

Runder und weicher


Früher hätte man die Fahrzeugform als Van bezeichnet. Heute heißt sie MPV, was für Multipurpose Vehicle steht. Viele Hersteller aus Asien geben den Modellen die Nummer 9. Bei der Schwestermarke Kia ist es der EV9. Beide teilen sich eine technische Plattform (E-GMP), treten aber äußerlich unterschiedlich auf. Während die Kia-Variante kantig ist und man sich mit etwas Fantasie vorstellen kann, dass aus dem Auto gleich ein Transformer-Roboter wird, kommt der Ioniq 9 runder und weicher daher. 

Umgekehrtes U

Dabei wirkt die Front durchaus futuristisch und technisch. Ganz unten öffnen und schließen Luftklappen. Darüber erkennt man Kameras, Radar- und Ultraschall-Sensoren hinter einer glänzenden Oberfläche. Tagfahr- und Abblendlicht sind im Pixel-Design gehalten. Man könnte annehmen, dass die durchgehende Pixel-Linie als Tagfahrlicht leuchtet. Das tut sie aus regulatorischen Gründen nicht. Dazu müssten größere Abstände zu den Scheinwerfern bzw. eine Logo-Unterbrechung in der Mitte vorhanden sein. Die beiden Seiten des Ioniq 9 erzeugen durch Wölbungen, Kanten und Linien in der Karosserie Lichtreflexionen sowie Schatten. Die Dachlinie fällt nach hinten leicht ab. Insgesamt wird das E-Auto nach hinten schlanker, was den Eindruck eines Bootes erzeugt. Blickt man auf das Heck, bilden Rück- und Bremslichter ein umgekehrtes U. 

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Active-Noise-Cancelling

Mit 5,06 m Länge und 1,98 m Fahrzeugbreite ohne Spiegel wird jede Dorfdurchfahrt zur Mutprobe. Doch auf den kurvigen Bergstraßen im Rheingau-Taunus-Kreis überwiegt der Fahrspaß. In 5,2 Sekunden ist die Allrad-Performance-Variante auf 100 km/h. Dafür sorgen zwei permanenterregte Synchronmotoren mit einer Systemleistung von 315 kW. Immerhin müssen 2.819 kg plus Insassen bewegt werden. In den engen Kurven des Weinanbaugebietes fallen Wankbewegungen des 1,79 m hohen E-Autos gering aus. Auch bleibt es extrem leise im Innenraum. Neben Akustikverbundglas in Front- und Seitenscheiben dämmt ein Active Noise Cancelling-System Geräusche von außen. Das funktioniert über die 14 Lautsprecher der optionalen Bose-Soundanlage. Künstlich erzeugte Schallwellen neutralisieren fast gänzlich Rad- und Windgeräusche.

Keine 22 kW Option

So bleibt es auch auf der folgenden Autobahn-Runde um Mainz herum bleibt es erstaunlich ruhig. Der Testwagen beschleunigt bis 210 km/h. Offizielle Höchstgeschwindigkeit ist 200 km/h. Der gilt auch für Allrad-Version mit 226 kW Motorleistung. Beim Heckantrieb mit 160 kW ist bei 190 km/h Schluss. Alle drei Varianten verfügen über eine 110 kWh Batterie mit 800 Volt Spannung. Die Ladeleistung geht bis auf 233 kW Gleichstrom, so dass ein Ladestopp von 10 bis 80 Prozent in 24 Minuten erledigt sein sollte. Das können wir auf unserer Tour nicht überprüfen. Mit Wechselstrom liegt die Ladeleistung bei 11 kW. Eine Option für 22 kW bietet der Hersteller nicht. Das ist schade, denn bei der Batteriekapazität würde es an innerstädtischen Ladesäulen mit zeitlichem Ladelimit einen entscheidenden Unterschied machen. Der Ioniq 9 kommt mit der bereits von anderen Hyundai-Modellen bekannten V2L-Funktion. Dabei wird Energie mit bis zu 3,6 kW über eine Steckdose im Kofferraum oder einen Adapter im Ladeanschluss an externe Geräte abgegeben. Am Ende unserer Testrunde zeigt der Fahrerbildschirm einen Verbrauch von 22 kWh pro 100 km. Das liegt nur knapp über dem WLTP-Wert von 20,6 kWh. Hier macht sich der cW-Wert von 0,26 positiv bemerkbar.

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Smartphone desinfizieren


Wie stark das E-Auto beim Verzögern Energie zurück in die Batterie speist, bestimmt der Fahrer über zwei Lenkradwippen. In vier Stufen lässt sich die Rekuperation einstellen. Die WLTP-Reichweite unseres Testwagen wird mit 600 km angegeben. Auf langen Fahrten kann der Fahrer dank Massagefunktion entspannen. Sie ist zusammen mit der Bose-Soundanlage Teil des Techniq-Pakets. Auf den Massage-Komfort muss der Beifahrer jedoch verzichten. Er kann dafür in der Uniq-Ausstattung Smartphones desinfizieren. Dazu legt man das Gerät in ein geschlossenes Fach im unteren Bereich des Cockpits. Ein Knopfdruck startet die Bestrahlung mit UV-C-Licht. Sämtliche Viren und Bakterien auf der Oberfläche werden unschädlich gemacht. 

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Einzelsitze um 180 Grad drehen

Den Ioniq 9 gibt es mit sechs oder sieben Sitzplätzen. Entscheidet man sich für sechs Sitze, besteht die zweite Reihe aus Einzelsitzen. Die kommen optional als Relax-Sitze, die sich zusammen mit einer Beinauflage fast vollständig in eine Liegeposition bringen lassen. Oder man nimmt so genannten Swivel-Sitze. Die beiden Sitze lassen sich um 180 Grad drehen. So entsteht für die vier Insassen hinten eine Gesprächssituation. Wer dabei mehr Tageslicht im Innenraum möchte als unser Testfahrzeug zuließ, bestellt das Panorama-Glas-Schiebedach (1.350 Euro). Laut Hyundai-Pressesprecher bietet der Ioniq 9 mehr Platz im Innenraum als ein VW ID.Buzz. Das könnte passen, denn in der Standartversion beträgt der Radstand des Volkswagens 2,99 m. Der Ioniq 9 misst zwischen beiden Achsen 3,13 m. 

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